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OnMyWayToWork
02. Mai 2006, 16:01
Das ist eine Geschichte von einem Freund, ich wollte mal eure Meinung hören...



Er sah den weißen Mond direkt neben dem leuchtenden Schild der deutschen Bahn, es fröstelte ihn, die Nacht war kalt und klar. Seine Gedanken waren wirr, aber langsam schien sein Plan Form anzunehmen. Sein Ende wollte er sorgfältig planen, schließlich war es das Letzte, was er tun würde. Eine Pistole hatte er sich bereits von seinem Vater besorgt, sich die Pulsadern aufzuschneiden kam für ihn nie in Frage. Er fand allein die Vorstellung abstoßend und schmerzhaft. Tod durch eine Kugel war ihm lieber, kurz und schmerzlos. Eigentlich war es feige, hatte er gedacht, aber ihm war das egal. Besser als weiterleben, in einer Zeit der Aussichtlosigkeit, vielleicht war er zu schwach, um zu leben. Vielleicht war Sterben einfacher als Leben, er wollte sterben. Als er dort oben den Mond sah, blickte er zurück, auf das, was er gerade erlebt hatte. Seine Freunde, zumindest Menschen, mit denen er einigermaßen klarkam, haben sich besoffen und geraucht und gelacht. Er stand am Rand und hatte jeden Einzelnen beobachtet während er Musik hörte. Das Bier in der Hand, die Freundin im Arm, so hatte er einen seiner männlichen Freunde gesehen, er war allein, er war 14, die Anderen auch. Und sie tranken Alkohol und rauchten ohne über die Folgen nach zu denken. Wollte er in so einer Zeit leben? Er war allein, ohne Freundin, ohne Bier, ohne Sinn. Die Lust am Leben war erloschen, was er falsch gemacht hatte, wusste er nicht. Und jetzt kam der Bus, fuhr durch die Nacht und durch seinen Rückblick, er stieg ein, musikhörend. Die letzte Fahrt mit einem Bus, dachte er. Als er ausstieg, war er sich seiner Sache sicherer denn je. Er lief zum Schwimmbad, es war noch kälter geworden, sein Pulli war zu dünn. Als er die großen Glasfenster sah, zog er seinen Rucksack aus und nahm den großen Stein heraus. Da das Schwimmbad abgelegen lag, und sehr alt, würde ihn Niemand hören oder sehen. Er schmiss den Stein gegen das Fenster, die Glassplitter flogen durch die Luft, einer traf ihn am linken Bein. Es fing an zu bluten, es tat sogar ein bisschen weh. Er drückte die restlichen Glasreste aus dem Rahmen und stieg mitsamt seinem Rucksack in das Schwimmbad. Jetzt war es also so weit, sein Ende, so hatte er es sich immer gewünscht, die rote Farbe seines Blutes, die im Wasser schwamm. Er ging langsam auf das Schwimmbecken zu, hier hatte er schon oft trainiert, und jetzt würde er hier sterben. Er riss sich die Klamotten vom Leib und nahm die Pistole aus seinem Rucksack. Er stieg in das hüfthohe Wasser, es war kalt, aber er hatte sich schnell daran gewöhnt. Seinen Abschiedsbrief hatte er in seinem Rucksack, seine Mutter sollte ihn lesen, sonst Niemand. Dann sah er direkt in die schwarze Pistolenmündung. Sein Finger umklammerte den kleinen Abzugshaken, durch eine kleine Bewegung konnten 14 Jahre einfach tot sein. Das hatte ihn an den Menschen auch gestört, sie dachten, sie wären die größten, bauten Armeen und Bomben und riesige Wolkenkratzer und waren doch so klein und verletzlich. Aber er wollte nicht in so einer Welt leben, er nicht. Sein Finger bewegte sich zum letzten Mal, das Blut schwamm im Wasser. Die Nacht war kalt und klar.

*

Karl Baumaier stand gegen 7 Uhr auf, heute hatte er seinen freien Tag. Er trank wie jeden Tag eine Tasse Tee ohne Zucker und aß eine Scheibe Vollkornbrot. Als seine Frau vor 2 Jahren gestorben war, war sein Leben noch einsamer geworden, jetzt hatte er nur noch seinen Hund. Und mit dem ging er jeden Morgen um halb 8 spazieren. Raus, am alten Schwimmbad vorbei, in den Wald hinein, wo er den Hund von der Leine ließ und der lossprang. Einmal hatte er sich vorgestellt, wie so ein Hundeleben war, ob es besser war, als sein Eigenes. Aber er konnte nichts ändern. Er zog seine Schuhe an und holte den Hund aus seinem Zwinger. Er schloss ab und verließ sein Haus. Der Hund schien froh zu sein, an die frische Luft zu kommen. Der Morgen war kalt, er hätte seinen Winterpulli mitnehmen sollen. Aber er kehrte nicht um, er ging weiter seinen gewöhnlichen Weg mit dem Hund. Sein Knie fing an zu schmerzen, er sollte einen Arzt aufsuchen. Das Alter bringt nur Krankheit, Tod und Einsamkeit mit sich, dachte er. Langsam kam er dem Schwimmbad näher, früher, als er noch Bademeister gewesen war, hatte er den ganzen Tag für Ordnung und Sauberkeit gesorgt, sein Schwimmbad, nannte er es. Aber mit den Jahren wurde das Bad für Viele unattraktiv, die Stadt zahlte nicht für eine Sanierung, und er ging in Rente. Der Hund wurde unruhig, Baumaier wunderte sich. Er schaute sich um, nichts Verdächtiges. Der Hund war nie unruhig, er war genauso still wie sein Besitzer. Er ging zum Eingang des Schwimmbads. Heute waren nur noch vereinzelte Sportgruppen hier, um zu trainieren. Durch die Tür konnte er nichts erkennen, außer den Kiosk in der Eingangshalle. Er ging ums Bad herum, nährte sich der Glasfensterfront, der Hund fing an zu bellen. Da sah Baumaier, das ein Fenster zertrümmert war, von einem Stein eingeworfen. Er wollte die Polizei anrufen, ließ es doch vorerst bleiben. Er schaute durchs Fenster, sah in das Schwimmerbecken. Er schrak zurück, das Bild brannte sich in sein Gehirn, er würde es nie vergessen. Da schwamm eine Leiche von einem Jungen, das Wasser war rot. Ihm wurde schlecht, er drehte sich um und übergab sich. Was war hier passiert? In meinem Schwimmbad? Er fasste sich wieder und nahm sein Mobiltelefon. Kein Empfang zeigte das Display, er lief zurück zum Parkplatz vor dem Schwimmbad. Noch nie hatte er eine Leiche gesehen, nur in Krimis im Fernsehen. Aber da schwamm eine im Wasser. Ein Junge. Er wählte die Nummer der Polizei und meldete, dass eine Leiche im Schwimmbad sei. Der Polizist wollte ihm zuerst nicht glauben, aber Baumaier erzählte, wie er die Leiche entdeckt hatte. Der Polizist versprach seine Kollegen vorbei zu schicken. Baumaier setzte sich auf die Treppe vor dem Eingang. Ihm war schwindelig geworden. Er ruhte sich aus, atmete ein paar mal tief durch. Dann hörte er eine Sirene, aber etwas anderes drang in sein Bewusstsein, ein Junge in einem Schwimmbad, und Blut schwamm im Wasser. Alles wurde schwarz, er kippte nach hinten und wurde bewusstlos.

“Schnell Gabriel, ruf einen Krankenwagen, der Mann hier scheint bewusstlos zu sein.�?
“O.k., mach ich. Schau du derweil in das Schwimmbad, ich habe den Hausmeister angerufen, er wird gleich mit dem Schlüssel kommen.�? Jan Ludwig war seid 5 Jahren bei der Polizei, ein Notruf war eingegangen und er hatte sich mit seinem Kollegen auf den Weg gemacht um nachzusehen. Jetzt lag dort ein bewusstloser Mann und ein Hund lag still neben ihm. Jan hatte den Mann am Telefon zuerst für verrückt gehalten, aber er beharrte auf seiner Aussage und wirkte glaubhaft. Der Hausmeister kam und schloss die Eingangstür zum Schwimmbad auf und ließ den Polizisten herein. “Soweit nichts verdächtiges, Sie können wieder gehen, den Schlüssel werden wir Ihnen bringen.�? “War es ein falscher Alarm? Der Mann, der da liegt war hier mal Bademeister, aber das war vor meiner Zeit.�? “Wir wissen es noch nicht, wir werden uns bei Ihnen melden.�? Jan Ludwig ging durch die Kabinenreihen. Nichts, er ging weiter, kam zu den Duschen, auch hier nichts. Langsam glaubte er, es sei tatsächlich ein falscher Alarm gewesen. Er ging weiter, öffnete die Tür, die zum Schimmerbecken führte. Verdammt, dachte er, schon wieder ein Jugendlicher, der sich das Leben nahm. Er rief Gabriel zu sich und sagte, er solle Verstärkung rufen, und einen Leichenwagen.

DarkSeedragon
02. Mai 2006, 19:54
Ich fands alles in allen recht gut. Meiner meinung nach hätte ich es aber emotional packender gefunden wen es nach den ersten abschnitt aufgehört hätte, also wo der Junge letztenendes stirbt. Es ist recht emotional geschrieben aber ich kann die gründe warum der Junge sterben will nicht so ganz nachvollziehen. Dein freund hätte etwas mehr auf die psyche des Jungen eingehen sollen.

Ansonsten habe ich nichts auszusetzen auser evtl ein paar logikfehler.

Die Polizei ist verpflichtet zu glauben wen jemand anruft und sagt das er eine leiche gesehen hat, und die Polizei muss dem nachgehen, ohne wenn und aber. Aber evtl lag es daran weil der Polizist erst 5 Jahre bei der Polizei war.