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Alt 22. Februar 2006, 22:54   #1
PlzStopWhining
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Das Ende der Arbeit - Sind Kapitalismus und Industrialisierung unser Ende ?

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Ein extrem spannendes Thema : Das Ende der Arbeit.

Führende Wirtschaftsführer treffen sich. Einer von íhnen äußert dabei seine Zukunftsvision :
In der heutigen Zeit werden gerade mal 12 % der Menschheit in der Produktion benötigt. Somit soll es zu einer 20:80 Gesellschaft kommen.
In dieser 20:80 Gesellschaft arbeiten nur 20 % der Bevölkerung. Die restlichen 80 % brauchen nicht zu arbeiten. Sie sollen dagegen ihr Leben mit dem sogenannten "Titytainment" verbringen. Sie bekommen die zum Leben notwendige Nahrung und andere lebenswichtige Dinge. Nun sollen sie Kinder zeugen -> "Tity" (die Brust, die Kinder säugt). In der restlichen Zeit werden sie unterhalten -> "Tainment", sprich mit Fernsehen, Musik usw.
Diese 80 % haben vielleicht die Möglichkeit sich geringfügig etwas dazu zu verdienen, beispielsweise durch einige Sozialarbeiten.

Denkt ihr, dass diese Gesellschaft überhaupt möglich ist ?
Wärt ihr damit zufrieden ?
Wird der Mensch sinnlos und durch Maschinen ersetzt ?
Hoffe auf einen konstruktive Diskussion, die hoffentlich so spannend wird, wie in meinem "Politische Weltkunde Kurs"

PS : Meine "Quelle" waren einige Auszüge aus dem Buch
"Die Globalisierungsfalle", wobei auch dieser Text sehr interessant ist HIER
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Alt 22. Februar 2006, 23:57   #2
DFDS-Elessar
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Imho ein Denkansatz, der im idealistischen Wahn die Augen vor Vielerlei verschließt. Da ich gleich ins Bett will, nur zwei Punkte die mir am problematischsten erscheinen:

1.) Man braucht nicht nur "Arbeiter" um eine Gesellschaft am Laufen zu halten. Man braucht Dienstleister (Ärzte, Anwälte etc.), Künstler, Forscher, Ingenieure etc. pp. Insgesamt alles absolut elementare Aufgaben, die nicht von Maschinen übernommen werden können und für die die Arbeit von 20% der Bevölkerung nicht ausreicht.

2.) Mal angenommen, mein erster Kritikpunkt wäre zu beheben, dann folgt auf der gesellschaftlichen Ebene ein unüberwindbares Problem:
Nur Entertainment macht nicht glücklich. Jeder, der schon mal länger als zwei Monate frei hatte, weiss wie wahr das ist. Der Mensch ist ein Arbeitstier, das nur glücklich ist, wenn die Balance zwischen Arbeit und Freizeit stimmt. Sprich: hat man nur Freizeit, wird man faul, träge und über-anspruchsvoll. Die 80% wären nach einiger Zeit über alle Maße unzufrieden und würden die 20% beneiden, die arbeiten dürfen.

Die 20% würden aber auch die 80% beneiden, da sie gewissermaßen die gesamte Last der Gesellschaft tragen während die Mehrheit auf der faulen Haut liegt. Kurzum: soziale Spannungen bis zum gehtnichtmehr.
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Alt 23. Februar 2006, 13:29   #3
Hotzenguy
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wie wäre es wenn jeder am Tag nur zwei Stunden arbeiten müsste?
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Alt 23. Februar 2006, 16:55   #4
PlzStopWhining
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Zitat:
Original geschrieben von Hotzenguy
wie wäre es wenn jeder am Tag nur zwei Stunden arbeiten müsste?
Wärst du glücklich mit 1/4 des Gehaltes ?

Edit : Ich persöhnlich sehe es so wie Elessar. Ohne Arbeit kann sich der einzelne Mensch so gut wie gar nicht selbst verwirklichen.
Ich lgaub kaum ,dass man glücklich werden kann, wenn man den ganzen Tag nur Fernsehen konsumiert.
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Alt 23. Februar 2006, 18:38   #5
Obnivus
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eine ähnliche situation würde sich ja ergeben, wenn es ein bürgergeld oder grundeinkommen gäbe(ich hoffe ich lehne mich nicht zu weit aus dem fenster 8) )
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Alt 23. Februar 2006, 19:20   #6
Death-in-Fire
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interessant, erinnert irgendwie ans alte griechenland und da hats auch nicht funktioniert, obwohl da die "faulen" wohl weniger als 80% waren
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Alt 23. Februar 2006, 19:36   #7
Comeondieyoung
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LoL, was hat das ganze mit Griechenland zu tun? Die Griechen hatten unter anderem Sklaven, von faulen Griechen zu sprechen ist auch allgemein abwegig.
Langfristig werden wir uns wohl dahin bewegen, wobei ich erwarte, dass diese Entwicklung nur zu einem bestimmten Punkt ankommt.
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Alt 23. Februar 2006, 19:42   #8
Death-in-Fire
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für mich sind diese 20% eben sklaven! sie arbeiten für andere leute und bekommen dafür im grunde nichtmals was, weil die 80% auch komfort und sowas alles bekommen
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Alt 23. Februar 2006, 20:57   #9
DFDS-Elessar
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Brave new world!
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Alt 23. Februar 2006, 21:21   #10
PlzStopWhining
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Zitat:
Original geschrieben von Comeondieyoung
LoL, was hat das ganze mit Griechenland zu tun? Die Griechen hatten unter anderem Sklaven ...
Philosophische Frage : Sind nicht die Maschinen die Sklaven der modernen Zeit (die Aussage findest du auch in meiner Quelle).
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Alt 23. Februar 2006, 21:36   #11
RobinderHut
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Zitat:
Original geschrieben von PlzStopWhining
Wärst du glücklich mit 1/4 des Gehaltes ?
Du vergißt, daß der Gewinn trotzdem da ist, nur die Arbeit nicht ausreicht, um alle in Vollbeschäftigung zu halten.
Von daher wäre es eine Option.
Praktisch würde natürlich der Arbeitgeber weiterhin nur einen beschäftigen und denen zuwenig zahlen.
Selbst bei heutigen Entlassungen steht doch nicht in erster Linie das Beibehalten der Gewinnsumme, sondern die weitere Erhöhung.
Das funktioniert letztendlich nur dadurch, daß der Arbeitgeber dem "übriggebliebenen" Arbeiter die durch Rationalisierungen erzielten Mehrgewinne vorenthält, obwohl er nun anteilsmäßig mehr erwirtschaftet bzw. seine Arbeit eben mehr bringt.
Früher oder später wirds wirklich zu einem der beiden Modelle kommen.
Entweder extrem hohe Arbeitslosigkeit oder aber wirklich stark verkürzte Arbeitszeiten.

Würde eher zweiteres bevorzugen, denn 80% arbeitslos?
Da gibts nur dumme Ideen bei ...
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Alt 24. Februar 2006, 00:39   #12
911insidejob
 
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Rifleman
 
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Naja, es ist nicht zwangsläufig so. Früher oder später kann schon wieder eine Entdeckung gemacht werden, die dann wieder einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und Arbeitsplätze mit sich bringt (Kondratieff- Zyklus). So war es mit der Dampfmaschine, Elektrotechnik, Eisenbahn, dem Automobil und der Informationstechnik. Irgendwie wird es schon weiter gehen, auch wenn noch nicht wirklich absehbar ist, wie.

"Und wir fragen uns was die Zukunft bringt
und die Antwort kennt nur der Wind,
doch wir sind sicher es wird aufwärts gehen
wenn wir erst wieder Weltmeister sind."
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Alt 24. Februar 2006, 14:58   #13
Veyron_DE
 
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Der Typ ist faszinierend, aber Idealist in höchstem Maße. Er hat recht mit Vielem was ersagt - ich glaube ebenfalls nicht, dass die Arbeit wieder einen Aufschwung erleben wird. Aber um das dann Freigesetzte in die sozial richtigen Bahnen zu lenken - dazu fehlt uns die authoritäre Instanz, die das durchzusetzen vermag.
Wer soll denn dafür sorgen, dass die wenigen umsonst arbeiten und die vielen umsonst chillen?
Sprich: Wird so oder so ein Diktat der Reichen geben. Früher oder später.
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Alt 25. Februar 2006, 06:11   #14
Schopentier
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Zitat:
Original geschrieben von Comeondieyoung
LoL, was hat das ganze mit Griechenland zu tun? Die Griechen hatten unter anderem Sklaven, von faulen Griechen zu sprechen ist auch allgemein abwegig.
Langfristig werden wir uns wohl dahin bewegen, wobei ich erwarte, dass diese Entwicklung nur zu einem bestimmten Punkt ankommt.
er bezog sich auf Platons fehlgeschlagenes Staatsprojekt, und die dort hoch angesiedelten Philosophen.
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Alt 25. Februar 2006, 17:03   #15
13lacKDragoN
 
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Zitat:
Die 356 reichsten Familien besitzen heute 40 Prozent des Reichtums der Menschheit. Diese Entwicklung führt uns in den Abgrund.
Das sollte schon alarmierend genug sein.
Ich werde mir das Buch mal zulegen, ich finde das hochinteressant.
Was ich aber glaube, wenn wir bereit sind unsere Gesellschaft so umzukrempeln wie er es hier beschreibt - werden viele die im Reichtum schwelgen, sich nicht davon trennen wollen. Denn sie haben ja alles und nochmehr, wieso also den Lebenstandart absetzen ?
Manche werden einfach dafür noch nicht bereit sein ...
weil ihnen etwas fehlt.
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Alt 25. Februar 2006, 17:18   #16
PlzStopWhining
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Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Der Text aus der Stuttgarter Zeitung stammt von einem anderen Typen als das Buch
"DIe Globalisierungsfalle". Ich war nur erstaunt, dass immer mehr Meinungen in diese Richtung gehen.
Das Problem ist jedoch wirklich, dass die Reichen wohl kaum auf ihren Reichtum verzichten wollen.
Irgendwie muss der Reichtum umverteilt werden. Anders geht es nicht. Genauso mit den Entwiclungsländern. Die ´"Entwicklung" sah dort meistens nur so aus, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer wurden.
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Alt 25. Februar 2006, 23:55   #17
Schopentier
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Zitat:
Original geschrieben von PlzStopWhining
Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Der Text aus der Stuttgarter Zeitung stammt von einem anderen Typen als das Buch
"DIe Globalisierungsfalle". Ich war nur erstaunt, dass immer mehr Meinungen in diese Richtung gehen.
Das Problem ist jedoch wirklich, dass die Reichen wohl kaum auf ihren Reichtum verzichten wollen.
Irgendwie muss der Reichtum umverteilt werden. Anders geht es nicht. Genauso mit den Entwiclungsländern. Die ´"Entwicklung" sah dort meistens nur so aus, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer wurden.
Was heißt denn "immer mehr Meinungen"? Seitdem der Kapitalismus besteht, gibt es kritische Stimmen, und die Idee der Disparitätsminimierung ist so alt wie Marx und Engels selbst
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Alt 26. Februar 2006, 00:42   #18
PlzStopWhining
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Zitat:
Original geschrieben von Schopenhauer
Was heißt denn "immer mehr Meinungen"? Seitdem der Kapitalismus besteht, gibt es kritische Stimmen, und die Idee der Disparitätsminimierung ist so alt wie Marx und Engels selbst
Das ist mir bewusst. Ich meinte mit dem "Immer mehr Meinungen" die Vermutung, dass in naher Zukunft vielleicht nur noch 20 % der Bevölkerung arbeiten. Zu Marx Zeiten war der Umstand auch nicht gegeben, dass 12 % der menschlichen Arbeitskraft nur noch benötigt werden.
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Alt 26. Februar 2006, 02:36   #19
Schopentier
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Doch, gerade das ist damals das Problem der Sozialen Revolution geworden. Es gab ja bei weitem nicht den heutigen Stand der Gesellschaft, in dem Dienstleistungen und Bürojobs ~75% der Erwerbstätigen ausmachen.
Ganz im Gegenteil, die Fabriken entstanden, die Manufakturen wurden unrentabel, daher dichtgemacht. Es gab aber nicht genügend Fabriken, um die Arbeitenden zu beschäftigen. Daraus folgten Jahrzehnte grassierender Arbeitslosigkeit, Armutsentwicklung und das sozialistische Gedankengut.
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Alt 26. Februar 2006, 11:17   #20
Trialer
 
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Zitat:
Original geschrieben von Schopenhauer
Doch, gerade das ist damals das Problem der Sozialen Revolution geworden. Es gab ja bei weitem nicht den heutigen Stand der Gesellschaft, in dem Dienstleistungen und Bürojobs ~75% der Erwerbstätigen ausmachen.
Ganz im Gegenteil, die Fabriken entstanden, die Manufakturen wurden unrentabel, daher dichtgemacht. Es gab aber nicht genügend Fabriken, um die Arbeitenden zu beschäftigen. Daraus folgten Jahrzehnte grassierender Arbeitslosigkeit, Armutsentwicklung und das sozialistische Gedankengut.
Völlige Zustimmung.
Dennoch bin ich der Meinung, dass durch weitergehende Mechanisierung eventuell neruelich gerade diese Bürojobs eingespart werden können, dauert aber wahrscheinlich noch ein bisschen...
Keine Ahnung wie lange menschen überhaupt noch für irgendwelche Arbeiten gebraucht werden, aber theoretisch müssten doch Maschinen im Prinzip irgendwann alles machen können oder nicht?
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Alt 26. Februar 2006, 13:36   #21
911insidejob
 
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Zitat:
Original geschrieben von Trialer
[...]Arbeiten gebraucht werden, aber theoretisch müssten doch Maschinen im Prinzip irgendwann alles machen können oder nicht?
Alles wohl nicht.
Medizin (ich würde mich bei keinem Roboter unters Messer legen, ein "schwerer Ausnahmefehler" zu einem ungünstigen Zeitpunkt und ich bin geliefert), Kunst / Design, Psychologie, Politik, so ziemlich alle Arten von Kundenberatung, Verkaufsgesprächen etc., Forschung, die Verwaltung von all diesen Supermaschinen, die uns die ganze Arbeit abnehmen. Es wird schon immer irgendwas zu tun bleiben, ich finde man sollte sich da dann auch nicht zu viele Sorgen machen.
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Alt 26. Februar 2006, 16:45   #22
RobinderHut
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Zitat:
Original geschrieben von Bad Religion
Alles wohl nicht.
Medizin (ich würde mich bei keinem Roboter unters Messer legen, ein "schwerer Ausnahmefehler" zu einem ungünstigen Zeitpunkt und ich bin geliefert),...
Mal kurz gesagt:
Wenn das Risiko, bei einer "automatischen" Operation zu sterben, unter das fällt, bei einer normalen zu sterben, dann ziehe ich die "automatische" vor.
Ich bin auch der Meinung, daß früher oder später nahezu alles automatisiert wird.
Kreative Bereiche bleiben da wohl am allerlängsten von verschont, aber gibt ja jetzt schon Leute, die sich zufallsgenerierte Bildchen oder Fraktale an die Wand klatschen.
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Alt 26. Februar 2006, 17:04   #23
Comeondieyoung
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Es ist einfach eine Mär, dass durch die Automatisierung derart viele neue Stellen im Dienstleistungsbereich entstehen, dass die Arbeit für die Gesamtbevölkerung stets im etwa gleichen Bereich bleibt. Letztendlich wird die Arbeit immer weniger.
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Alt 26. Februar 2006, 19:46   #24
RobinderHut
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Sicherlich, das ist ja auch der Sinn der Automatisierung.
Sonst würde die Sache ja nur Unkosten bringen und wir würden wohl alle noch in Manufakturen arbeiten.
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Alt 27. Februar 2006, 23:12   #25
Totti85
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Dann muss aber bei seiner gesellschaft auch der kapitalismus und die Staaten weg, weil:

1. im kapitalismus wird produziert, um gewinne zu machen. locken keine gewinne, wird erst gar nicht produziert. wenn jetzt das ganze zeug einfach verteilt wird an 80% der leute (die haben doch kein geld, wenn sie arbeitslos sind, um sich die sachen zu kaufen), dann machen sie keine gewinne. sie lassen mit kosten herstellen und verschenken das zeug dann?

wenn die andern an geld kommen sollten, um es zu kaufen (und das ohne arbeit) geht es nur dadurch, dass die unternehmer unter den leuten geld verschenken würden, damit sie sich die sachen dann kaufen könnten. das wäre genauso blöd, wie diese forderung höhere löhne wären gut fürs gewinne machen, weil dann mehr gekauft wird. wenns bestens laufen würde, würde das genau +-0 ergeben, nämlich dann, wenn die die höhere löhne kriegen auch nur bei dem unternehmen kaufen, das höhere löhne verteilt. weil das nicht sicher ist, ist diese argumentation totaler müll.

andrerseits könnte der staat den leute geld geben, damit sie es ausgeben können und die unternehmer gewinne machen können. aber woher kriegt der staat dann genug geld, wenn der quasi geld verschenkt, damit ers doch nur wieder später bekommt. das ist genauso, wie wenn die unternehmen das geld verschenken würden. die basis eines starken staates ist die wirtschaft und das geld, das der staat damit bekommt. wenn der eine schlechte wirtschaft hat, kann er sich kein starkes heer leisten und hat machtpolitisch in der welt nichts mehr zu melden oder kann sogar nichtmal mehr ne polizei bezahlen, die das gewaltmonopol sichert, dann ist es ein failed state, wie es ja einige im osten gibt, bei denen warlords in kleinen gebieten entscheiden was abgeht und der staat nicht der souverän ist.

dann nochwas: warum sollten denn die 20% arbeiten wollen, und die andern 80% nicht, wenn beide einfach die benötigten produkte bekommen? schon heute wo viele leute, die arbeitslos sind ein echt armseliges leben führen passt der staat auf (das bei immer zunehmenderen fortschritt und viel leichteren produktionsmöglichkeiten), dass die arbeitslosen nicht allzuviel bekommen, damit sie sich aufraffen wieder arbeit zu suchen, weil sie ohne von ihren gegenständen der bedürfnisbefriedigung ganz einfach getrennt sind. einserseits will der staat, dass die leute nicht verrecken, andrerseits passt er auf, dass es ihnen ohne arbeit nicht gut geht und sie sich bemühen für ein bißchen mehr geld arbeiten zu gehen.

2.Staat:
wenns nicht um gewinne geht, die dem staat reichtümer abwerfen, dann kann er gar keine gewaltmittel mehr finanzieren und würde aufhören staat zu sein, der sich drum kümmert, möglichst ne funktionierende wirtschaft zu haben mit leuten, die zu ihm stehen und auch im kriegsfall für ihn in sterben würden. da würde der staat keine großen gewinne mehr erzielen, wenns drum gehen würde, dass für die leute hergestellt wird. bzw. wären die gewinne geringer, als im kapitalismus, wie man am realsozialismus gesehen hat, wo auch fürn reichtum des staates geschuftet wurde. jeder hat dort was bekommen, aber ne menge hat sich der staat gekrallt, damit er sein militär aufrechterhalten kann und beim wettrüsten mitziehen kann. dann fällt nicht viel für die leute ab, weil der zweck nicht mehr der ist, dass die leute viel kriegen, sondern der staat für sich viel beansprucht (oder wie heute noch in kuba, wo die zigarren nicht für kubaner produziert werden, sondern alles verkauft wird, damit der staat sich denkmäler vom fidel hinpflastern kann). andrerseits war das immernoch zu wenig für den staat, weil der klar schlechter abschnitt mim realsozialismus als seine kapitalistischen nachbarn. das wäre fürn staat dann immernoch uneffektiver als ein kapitalismus, wo dann evtl. nur noch 5% gebraucht werden aber ne großzahl der leute halt sterben würde.


außerdem hält der typ dem kapitalismus heute schon verteilung zugute. wo es aber nicht um verteilung geht, sondern darum, dass das kapital aus seinem kapital mehr kapital macht (und das ohne grenze, weshalb sollte jemand nicht entlassen, wenn er gewinne macht, wenn er mit weniger leuten noch mehr gewinn erzielen kann). wenn es so wäre, dass kapitalismus deshalb notwendig wäre, weil es zu wenig güter für alle gibt und das dann eben vetreilt werden muss, dann könnte man schon lange aufhören nahrungsmittel zu verkaufen, sondern diese zu veschenken. Denn nicht nur spinner von attac oder so sagen, dass es genug nahrungsmittel auf der welt für alle gibt. nein sogar die uno hat das gesagt. es gäbe genug nahrungsmittel auf der welt um die leute 3 mal satt zu kriegen....

trotzdem wird halt nur verteilt, was auch gekauft wird und nicht einfach verteilt, wenns leute gibt die dafür nicht zahlen können. deshalb verhungern halt afrikanern vor vollen lagerhallen, in denen banaen bis unter die decke gestapelt sind.



Eine sache zum menschen als arbeitstier. das stimmt doch nicht. du unterstellst dem menschen die natur, er müsse arbeiten, weil er sonst nicht zufreiden wäre. naja... da kann ich dir aber was erzählen von leuten, die scheiß reich sind, ein paar villen rumstehen haben und einfach nicht mehr arbeiten, sondern nur noch weltreisen machen und es sich zwischendruch am starnd gut gehen lassen usw. warum sollte der mensch arbeit benötigen, damit es ihm gut geht. und warum sollten die leute dann noch geld verlnagen, wenn sie für wen anders arbeiten, wo sie laut der "arbeitstiertheorie" doch nichts lieber tun als zu arbeiten. warum beschwert sich das arbeitstier dann über 18 minuten mehr unbezahlte arbeit am tag? warum freut sich am ende doch jeder, wenn er fertig ist mit der arbeit und endlich feierabend hat. und zu guter letzt: warum sollte jemand, der nicht arbeiten muss und arbeiten will nicht arbeiten können in seiner freizeit. wenn die 80% die in der welt von dem kerl leben arbeiten wollen, können sie irhen garten beackern oder autos putzen, wenn sie scharf drauf sind zu arbeiten.

wenn es dann ja auch so wäre, dass der mensch doch so gerne arbeitet, wozu wird dann der zwang aufrechterhalten, wonach die leute ohne arbeit nichts haben und so doch erpresst werden ihre arbeitskraft zu verkaufen, wenn sie doch von selbst nichts lieber täten. wenn es also in ihrem interesse wäre zu arbeiten, bräuchte es den zwang nicht. ist es gegen ihr interesse braucht es den zwang.
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Alt 28. Februar 2006, 22:51   #26
Marsilon
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Zitat:
Original geschrieben von Schopenhauer
Was heißt denn "immer mehr Meinungen"? Seitdem der Kapitalismus besteht, gibt es kritische Stimmen, und die Idee der Disparitätsminimierung ist so alt wie Marx und Engels selbst
Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. (Apostelgeschichte 2, 45-46)

Marx und engels haben nur Alte ideen wieder ausgegraben.

Informationstechnologien wachsen Exponentiell. dies bezeichnet man als das Moorsche Gesetz.

dadurch das heutzutage jede technologie durch die Informationstechnologie profitiert, wachsen diese ebenfals exponentiell.

die Produktivität hängt von den Technologien ab, und auch von anderen Faktoren, aber auch diese wird weiterhin Wachsen.

wenn nun die Produktivität exponentiel wächst, die Produktion aufgrund von Rohstoffmangel und Abstazproblemen aber nur linear, muss die Wirtschaft vom Umfang her(NICHT im bezug auf BIP/Umsatz) schrumpfen, und dabei gehen Notwendig Arbeitsplätze Verloren.

Wenn die Wirtschaft darauf nicht Reagiert, wird auch der Absatzmarkt noch weiter Einbrechen, so wie es zur Zeit in Deutschland aussieht.

die Neoliberale Theorie des Kapitalismus ist auf ein bedingungsloses Wachstum der Wirtschaft, das mit der Technologisierung mithält ausgelegt, und wird deshalb zwangsläufig scheitern.
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Alt 01. März 2006, 03:35   #27
DoNKoJOTE
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Original geschrieben von DFDS-Elessar
Nur Entertainment macht nicht glücklich. Jeder, der schon mal länger als zwei Monate frei hatte, weiss wie wahr das ist. Der Mensch ist ein Arbeitstier, das nur glücklich ist, wenn die Balance zwischen Arbeit und Freizeit stimmt. Sprich: hat man nur Freizeit, wird man faul, träge und über-anspruchsvoll. Die 80% wären nach einiger Zeit über alle Maße unzufrieden und würden die 20% beneiden, die arbeiten dürfen.
Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit stimmt, wenn das Verhältnis 20:80 ist
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Alt 01. März 2006, 10:37   #28
Veyron_DE
 
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@Totti: Deine Kritik kann ich nachvollziehen, aber den Gedanken hättest du auch strukturierter darstellen können :/

Wie du sagst, ist es im momentanen System des Kapitalismus in einer Welt der Nationalstaaten nicht möglich, eine 20:80 Gesellschaft einzurichten. Das scheitert am Wesen des Kaptalismus und am Wesen der konkurrierenden Nationalstaaten. In einer Welt, in der alle jetzigen Staaten durch eine weltweit Institution regiert werden sähe das anders aus. Es müsste ein System des Sozialismus errichtet werden, denn nur so kann eine Verteilung des Geldes als Allgemeingut erreicht werden, damit die 80% nicht mehr arbeiten müssen. Alternativ könnte ich mir eine global regulierte Kurzarbeit vorstellen um dieses utopische System zu ermöglichen: die 20% wechseln sich Schichtenweise beim arbeiten ab, sodass jeder arbeitet.

Möglich wäre vieles. Doch darüber zu spekulieren geht mir persönlich noch zu weit, da es sehr theoretisch ist und von der Realität weit entfernt.
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Alt 01. März 2006, 16:15   #29
Totti85
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@Verdandi

jaja, das mit dem strukturierter schreiben ist so ein problem für mich . das krieg ich riegndwie nie gebacken. ich hab einen gedanken im Kopf, will den rüberbringen, merke selbst, dass ich total die schwierigkeiten hab den aufn punkt zu bringen und versuche es mit endlosen umschreibungen hehe...

Wenn es so weitergeht mit nationalstataaten und Kapitalismus, dann wird es aber wohl so weitergehen, dass immer mehr menschen arbeitslos werden (an sich eine freude, wäre man in dem zustand nicht von allen möglichen genussmitteln ausgeschlossen), weil eben die produktion immer produktiver wird.

Es gibt ja jetzt schon ne sockearbeitslosigkeit von 3 mio in deutschland von denen jeder politiker ausgeht, dass die nicht mehr unterschritten wird, da kann es einen wirtschaftsboom geben, aber so 3 mio leute werden einfach nicht mehr gebraucht.
Und den arbeitslosen wird es dabei nicht immer besser gehen. Die ganzen sozialsachen, die sich der staat so leistet werden ja von den arbeitenden leuten bezahlt.(ich weiß hälfte zahlt der arbeitgeber andre der arbeitnehmer, aber dem arbeitgeber ist bei der einstellung der leute schon bewusst, dass auf die bruttoausgabe nochma nen teil draufzuzahlen ist und das berücksichtigt er beim lohn... da wird der lohn dementsprechend billiger, weil sie die leute ansonsten überhaupt nicht einstellen können, weil eben zu teuer oder andre leute entlassen müssten, wenn sie so teuer sind... das lässt sich heute ja jeder arbeiter einleuchten, dass er auf lohn verzichten soll, um seinen arbeitsplatz zu retten. so gesehen wird eigentlich der ganze sozialhaushalt von der arbeitnehmerklasse getragen und unter sich neu verteilt) Wenn es da immer weniger leute gibt, die einzahlen und immer mehr, die es nicht schaffen ihr Humankapital zu verkaufen, dann werden die leute mehr einzahlen müssen oder die andern halt mit weniger auskommen müssen.

Daraus würd ich mir erhoffen, dass die leute sich irgendwann denken, dass lohnarbeit nicht das mittel ist, um ein schönes leben mit wenig arbeit und vielen tollen produkten zu führen, aber das wird eh nicht passieren schätze ich mal...
Wird wohl eher so ablaufen wie in amerika, dass die leute es als ihre neue freiheit empfinden selbst für ihre rente vorzusorgen usw. und wer es halt nicht schafft, der arbeitet mit 80 halt noch an der kasse beim supermarkt.. in amerika keine seltenheit...
da gibts riesen ghettogürtel um die stadt rum, aber nicht dass da einer mal drüber nachdenken würde es nicht damit zu versuchen an arbeit zu kommen.. und wenn sies nicht schaffen halt kriminell zu werden..


@Marsilon

Ich glaube in der apostelgeschichte soll dazu aufgerufen werden, dass die leute ein bißchen weniger eigensinnig sind und ihr zeug an die bedürftigen verteilen. Marx hat nie mit einer alternative geworben, bei der die leute auf einen gescheiten lebensstandard verzichten sollten. Genausowenig hat er an den Menschen appeliert, dass er sich bessern soll und mehr geben soll oder sowas.
Er hat einfach nur den Kapitalismus erklärt, wie er funktioniert. Hat es niedergeschrieben für die Leute und die können sich seinen schinken durchlesen und am ende selbst überlegen, ob der bub die sache richtig erklärt hat, ob er fehler gemacht hat oder nicht und sich dann überlegen, ob der Kapitalismus nun gut für einen oder schlecht dür einen ist. Mehr nicht.
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Alt 05. März 2006, 19:54   #30
thakatti
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Original geschrieben von 13lacKDragoN
Das sollte schon alarmierend genug sein.
Ich werde mir das Buch mal zulegen, ich finde das hochinteressant.
Werd mir auch morgen kaufen, der Zeitungsartikel hat mich förmlich gefesselt.
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